Hypnobirthing ist unter Schwangeren ein großes Thema. Geburt ohne Schmerzen? Ja, bitte. Heute erzähle ich euch von meiner Erfahrung mit Hypnobirthing bei einem sehr turbulenten Geburtsverlauf.

Was ist Hypnobirthing?

Hypnobirthing bezeichnet eine natürliche Art zu gebären. Dabei geht es darum den sanftesten Weg einer Geburt zu beschreiten, der möglich ist. Man soll dabei eine entspannte Geburt mit wenig oder gar keinen Schmerzen erfahren. Der Fokus dieser Praktik liegt auf der Selbsthypnose.

Wie bereitet man sich auf Hypnobirthing vor?

Um sich auf Hypnobirthing vorzubereiten werden Kurse für werdende Eltern angeboten in denen die Techniken erlernt werden können. Dafür gibt es eine Karte auf der man sich Kurse in der Nähe raussuchen kann.

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit mit dem Buch* von Marie F. Mongan im Selbststudium zu hause die Techniken zu üben.

Was habe ich gemacht um mich auf Hypnobirthing vorzubereiten?

Da mir zum Zeitpunkt meiner ersten Geburt der Kurs zu weit weg und zu teuer war, habe ich mich umfassend in Eigenrecherche mit dem Thema beschäftigt. Neben dem Buch habe ich viel im Internet gelesen, um ein umfassendes Informationsspektrum zu erhalten. Im Buch gibt es viele Tipps und Informationen zur Vorbereitung auf die Geburt. Ich habe in der gesamten Schwangerschaft die dort beschriebenen Atemtechniken geübt. Außerdem habe ich mich viel mit dem Verlauf einer natürlichen Geburt beschäftigt Um bestens auf alle möglichen Szenarien vorbereitet zu sein.

Welche Techniken habe ich bei der Geburt verwendet?

Bei der Geburt habe ich insbesondere von den vorherigen Atemübungen und der Meditation profitieren können. Vor allem habe ich mir bei starken Wehen (oder wie im Buch beschrieben „Wellen“) Mantras im Kopf aufgesagt und mir Zukunftsvorstellungen visualisiert. Zum Thema Hypnobirthing Techniken gibt es ein sehr informatives Video von Emily Norris.

Insbesondere empfand ich es aber als hilfreich vor der Geburt Ängste abzubauen und Vertrauen, Ruhe und Kraft in mir selbst zu finden. Man hört so viele Horrorgeschichten, dass ein Mutmacher und ein besinnen auf die Tatsache, dass unser Körper für eine natürliche Geburt gemacht ist, sehr gut tut.

Meine Erfahrung mit Hypnobirthing?

Ich habe unter der Geburt nicht die Erfahrung gemacht, dass man keine Schmerzen hat. Trotzdem hat mir Hypnobirthing ermöglicht beim turbulenten und ungeplantem Geburtsverlauf gelassen zu bleiben.

Meine Geburt dauerte insgesamt 45 Stunden, da mein Sohn als Sternengucker auf die Welt kam. Der Schmerz drückte so sehr auf meinen Rücken, dass ich eine PDA wollte (was für mich vor der Geburt überhaupt nicht in Frage kam).
Der Anästhesist versuchte sich lange daran die PDA zu legen, brach das Ganze irgendwann aber ab und meinte, dass dies bei mir nicht möglich sei.

In diesem Moment haben mich die Hypnobirthing Techniken vor einem mentalen Zusammenbruch gerettet. Auch als es später schnell gehen musste und mein Sohn mit der Saugglocke geholt wurde, war es mir möglich die Ruhe zu bewahren und nicht in Panik zu verfallen.

Kritik an Hypnobirthing 

Mit der Geburt unter „Hypnose“ oder Meditation geht meist auch die Vorstellung einher, dass eine gute Geburt leise verläuft bzw. verlaufen muss. Ich glaube, dass es für manche Frauen eine total schöne Geburtserfahrung sein kann, dies aber auf keinen Fall das Ideal sein muss. Jede Frau gebärt anders und trotzdem ist es unter der Geburt wichtig eine tiefe Verbundenheit mit uns selbst zu fühlen. Eine Verbundenheit mit dem was wir eigentlich sind. Mit der Urfrau. Dem Mensch. Egal ob laut oder leise.

Wir wissen instinktiv, was für uns unter solchen besonderen Umständen richtig ist, solange wir lernen in uns hinein zu hören. 

Und ob eine Geburt dann leise oder laut verläuft sollte einzig und allein von unserer inneren Stimme abhängen und nicht von einem fremd geschaffenen Konzept. 

Meditation und die innere Stimme kennenlernen? Auf jeden Fall! Sich zwingen in Ideale zu passen? Auf gar keinen Fall! 

Würde ich Hypnobirthing weiterempfehlen?

Ich würde auf jeden Fall empfehlen sich vor der Geburt mit Hypnobirthing auseinanderzusetzen. Es ist extrem hilfreich Erkenntnisse über den natürlichen Geburtsverlauf zu erhalten und die Geburt als etwas völlig normales wahrzunehmen. Es ist für jeden Geburtsverlauf sinnvoll sich vorab mental zu stärken, Kraft in sich zu finden und Atem- und Meditationsübungen zu verinnerlichen.

Möglicherweise ist es auch sinnvoll einen Kurs zu besuchen um noch intensiver in die Thematik eintauchen zu können und eventuell wirklich die Erfahrung einer schmerzfreien Geburt machen zu dürfen.

Dieser Post beinhaltet unbeauftragte Werbung, wegen Markennennung.

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